Heute steht uns die Rückreise nach Deutschland bevor. Vom letzten Campingplatz aus fahren wir die restliche Strecke bis zum Wohnmobil-Stützpunkt Mississauga bei Toronto. Dort angekommen werden wir auch gleich von einem Deutsch sprechenden Mitarbeiter begrüßt, der sofort die Rücknahme des Wohnmobils übernimmt. Alles läuft problemlos und ohne Schwierigkeiten ab. Im Büro der Station erledigen wir noch den Papierkrieg, der sich aber auch sehr in Grenzen hält. Nach vielleicht einer Stunde ist alles erledigt und wir sind unser rollendes Hotel der letzten 4 Wochen los.
Meine Mutter und ich besorgen in einem Restaurant um die Ecke noch ein Frühstück, bestehend aus Pancakes und Kaffee. Weil wir dort eine ganze Weile warten mussten, sind Jan und Elena bereits da, als wir zurück kommen. Die beiden werden uns heute Nachmittag auf den Flughafen bringen. Vorher fahren wir aber noch in eine Mall in der Nähe, um uns dort mit ein wenig Shoppen die restliche Zeit zu vertreiben. Besonders schwer fällt uns das bei den absoluten Schnäppchenpreisen der Läden nicht :-). Es ist echt der Hammer, zu welchen Preisen man hier Kleidung und Schuhe einkaufen kann. Um richtig ausgiebig zu Shoppen fehlt uns aber die Zeit, trotzdem kaufe ich ein Paar Schuhe und nutze damit den Vorteil wenigstens noch bedingt aus. Außerdem essen wir auf dem Foot Court in der Mall noch zu Mittag. Diese riesige Fläche mit zahlreichen Schnell-Restaurants erinnert mich sehr an den einen oder anderen Samstag bzw. Sonntag Mittag in Brasilien, wo ich zum Mittagessen mehr als einmal den Foot Court des Angeloni Supermarktes aufgesucht habe.
Gegen 15:00 Uhr fahren wir dann weiter zum Flughafen. Vor dem Eincheck-Schalter herrscht das reinste Chaos, da irgendein Flug von Air France ausgefallen ist. Uns betrifft das aber nicht weiter und nach kurzer Suche werden wir zum richtigen Schalter verwiesen und kommen auch gleich an die Reihe. Ein kleines Problem gibt es noch mit Jans Rucksack, den wegen des Packsacks keine Schlaufe zum Anbringen des Gepäcktags hat. Nach einigem Hin- und Her muss er eine Erklärung unterschreiben, dass die Airline nicht für einen Verlust aufkommt. Etwas genervt ist er davon glaube ich schon.
Wir kehren noch ein letztes Mal in einem Cafe in der Abfertigungshalle ein und verabschieden uns an der Sicherheitsschranke dann endgültig von Jan und Elena. Wenig später sitzen wir im Wartebereich des Gates und dürfen mit leichter Verspätung dann auch ins Flugzeug. Kurz darauf geht es dann auch schon los und wir sind auf dem Rückweg nach Deutschland…
Die 4 Wochen sind einfach viel zu schnell vorbei gegangen! Canada ist so riesig und selbst für den kleinen Teil, den wir uns vorgenommen hatten, hatten wir definitiv viel zu wenig Zeit. Trotzdem war es eine wunderschöne Reise, auf der wir unheimlich viel gesehen und erlebt haben. Manche Dinge hätte ich sicherlich anders gemacht, wäre ich allein unterwegs gewesen. Aber so ist das bei Reisen in der Gruppe nun mal: Man muss Kompromisse eingehen. Und das gilt eben auch für Reisen mit den Eltern :-). Eines weiß ich jetzt schon: Ich war nicht das letzte Mal in Canada!

Heute ist der vorletzte und letzte “richtige” Tag unserer Canada-Reise. Als letzte Station vor der Rückkehr nach Waterloo schauen wir uns noch Kingston an. Die Stadt war einmal die Hauptstadt des Landes, bis diese nach Ottawa verlegt wurde. Sie hat einige sehr schöne Häuser im viktorianischen Stil, eine kurze Hafenpromenade und eine Einkaufsstraße zu bieten. Letztere laufen wir stückweise ab und schauen in einige Geschäfte hinein. Viele haben allerdings noch geschlossen, da wir recht zeitig dran sind. Bis Waterloo sind es immerhin noch ca. 350 Kilometer, so dass wir noch einige Stunden auf dem Hwy vor uns haben.
Heute steht uns die vorletzte und letzte größere Etappe bevor. Morgen Nachmittag wollen wir in Waterloo sein. Von dem Campingplatz bei Lanoraie fahren wir noch ein kurzes Stück am St. Lawrence Strom entlang und wechseln dann nach einem kurzen Einkaufsstopp auf den Hwy 40 nach Montreal. Dort erleben wir das erste Mal stockenden Verkehr auf der ganzen Reise. Nach Montreal geht es weiter auf Hwy 20 und wenig später überqueren wir die Grenze zwischen Quebec und Ontario. Nach 4 Staaten sind wir jetzt wieder “zu Hause” angekommen.
Gleich nach dem Aufstehen erleben wir heute Morgen eine weitere Überraschung auf dem Campingplatz: Die Duschen kosten extra und warmes Wasser gibt es keines! Bei dem recht hohen Preis des Platzes ist das schon eine ziemliche Frechheit. Nach der kalten Dusche und einem Frühstück wie üblich im RV machen wir uns wieder auf den Weg in Richtung Toronto. Wir folgen weiter dem Hwy 138 entlang des St. Lawrence Stroms, fahren bei Quebec City aber für ein kurzes Stück auf dem schnelleren Hwy 40.
Als letzte Station der gemeinsamen Reise mit Christine steht heute noch Halifax auf dem Programm. Die Hauptstadt von Nova Scotia ist gleichzeitig die größte Stadt der Provinz. Com Campingplatz aus sind es etwa 30 bis 40 km bis in die Stadt, wo wir unseren RV auf einem Parkplatz am Hafen abstellen. Zuerst schlendern wir durch den oberen Teil der Stadt entlang der Berrington Street und werden auf dem Friedhof gleich wieder von Einheimischen angesprochen.
Heute steht der berühmte Leuchtturm und das Fischerdorf von Peggy’s Cove auf dem Programm. Von dem abgewrackten Campingplatz in Spry Harbour fahren wir an der Südküste von Nova Scotia entlang in Richtung Halifax. Da wir nichts mehr zum Frühstück haben, müssen wir zuerst noch eine geeignete Einkaufsmöglichkeit finden. Das artet mal wieder in einer etwas nervigen Sucherei aus, weil es in den kleinen Fischerdörfern hier unten offensichtlich keine anständigen Geschäfte gibt. Nur irgendwelche General Stores im Country-Stil, die alles und nichts verkaufen. Nach einer Weile werden wir aber fündig und suchen dann noch kurz nach einem geeigneten Frühstücksplatz. Aber auch hier lohnt sich die Suche letzten Endes, denn wir finden einen sehr schön gelegenen Picknick-Platz an einem der vielen Fjord-artigen Buchten. Dort genießen wir erstmal unter sehr verpätetes Frühstück.
Heute haben wir hauptsächlich einen Transfer-Tag. Da unsere Urlaubszeit sich so langsam dem Ende neigt, müssen wir den Cabot Trail leider schon wieder verlassen. Wir könnten gut noch eine Woche hier verbringen und müssten trotzdem viele schöne und interessante Ecken auslassen. Bevor wir aber weiterfahren, nehmen wir noch den Skyline Trail mit. Dieser etwas längere Weg verspricht tolle Aussichten und die Hoffnung auf Elchbegegnungen. Ich freue mich sehr darauf, eine etwas längere Wanderung im Cape Breton Highlands National Park zu unternehmen.
Unglaublich aber wahr: Bei Sonnenschein wachen wir heute auf! Wir freuen uns riesig, endlich schönes Wetter! Auch die beiden Motorradfahrer dürften nach dem Sauwetter von gestern aufblühen. Nach dem Frühstück fahren wir noch die letzten Meter die Straße bis ans Ende der Welt hinauf. Eigentlich hatten wir vor, heute noch den Trail bis zum Cape St. Lawrence Lighthouse zu laufen. Aus Zeitgründen und weil mein Vater nicht so besonders begeistert ist, entscheiden wir uns aber dagegen. Statt dessen versuchen wir unser Glück mit einem kürzeren Weg, der auf die Landspitze am westlichen Ende der Meat Cove führen soll. Nach wenigen Metern müssen wir aber leider umkehren, weil der Weg im Dickicht verschwindet und außerdem sehr schlammig wird.
Von Broad Cove fahren wir heute weiter in den Cape Breton Highlands National Park hinein. Entlang der Küste geht es über Lakies Head und Green Cove nach Neils Harbour. Obwohl es am Morgen etwas geregnet hat, haben wir auf dem ersten Teil der Strecke Glück mit dem Wetter – zumindest verglichen mit unserem ersten Versuch im Nationalpark vor zwei Tagen. Teilweise kommt sogar die Sonne durch, mit der die ganze Landschaft schon wieder völlig anders wirkt. Wir legen immer wieder kurze Stops ein, um zu fotografieren und die Landschaft zu genießen. Aus Zeitgründen lassen wir die zuerst ins Auge gefassten Trails rund um den South Point aus. Statt dessen fahren wir von Neils Harbour gleich auf die Alternate Scenic Route und machen einen Abstecher in den Hafen bei White Point. Dort kommen wir mit einem Hafenarbeiter ins Gespräch, der die Fänge der Fischer weiter versorgt. Er zeigt uns den heutigen Fang Lobster und drückt mir plötzlich eines der Viehcher in die Hand. Die gefährlichen Scheren sind zugebunden, trotzdem weiß ich zunächst nicht, wie ich ihn anfassen soll. Er bewegt sich allerdings nur ganz leicht und die Beine krallen bei weitem nicht so wie ich befürchtet hatte. Der Mann erklärt uns, dass die Fänge dieses Jahr sehr mager ausfallen und das fast durchweg schlechte Wetter schlecht für das Geschäft der Fischer ist. Zumal die Lobster-Saison in Kürze endet und Regularien den weiteren Fang der Tiere verbieten.